Ulrich – genannt “Uli” Hoeneß war schon immer ein Ausnahmetalent. Der Manager und Präsident des FC Bayern München und Unternehmer war lange Jahre auch aktiver deutscher Fußballnationalspieler. Und überall glänzte er mit herausragenden, bemerkenswerten Leistungen. Damit konnte er sich nicht nur Freunde machen, auch viele Neider beobachteten sein Schaffen mit Argwohn.

Bereits im Alter von 14 Jahre überzeugte der Schwabe aus Ulm bei einem Sichtungslehrgang des DFB mit seinem Durchsetzungsvermögen und seiner Zielstrebigkeit. Er war ein junger kräftiger Bursche, schnell und stark. Wenn er mit dem Ball in Richtung Tor stürmte, wehten seine blonden Haare im Wind. Jung-Siegfried nannten sie ihn und natürlich qualifizierte er sich für die Schülernationalmannschaft, er wurde sogar ihr Kapitän.

Vier Jahre später dann kam der jetzt erwachsene Hoeneß als Stürmer zum FC Bayern. Die Anfangszeit war nicht immer problemlos, Hoeneß eckte oft an und wollte sich nicht gerne dem Trainer unterordnen. Aber er war in der Lage das Spiel zu bestimmen, war selten von der gegnerischen Abwehr zu stoppen. Lange Zeit galt er als der schnellste Stürmer Europas. Mit ihm und Gerd Müller im Sturm waren die Bayern im Europapokal-Finale gegen Atletico Madrid unschlagbar. Hoeneß war eine Spieler-Persönlichkeit.

Bei der Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land war Hoeneß eine gesetzte Größe. Mit dem Sieg im Finale gegen die Niederlande und dem Titelgewinn krönte er seine Karriere als Fußballspieler. Zusammen mit Namen wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Berti Vogts, Paul Breiter, Wolfgang Overrath und Gerd Müller hatte Jung-Siegfried einen heldenhaften Sieg errungen.

Ende der 70er Jahre beendete er seine aktive Karriere. Doch Uli Hoeneß wäre nicht er selbst, wenn er sich nach Abschluss seiner aktiven Laufbahn auf das Altenteil zurückgezogen hätte. Er wechselte in das Management des FC Bayern München und wurde mit 27 Jahren der jüngste Manager der Bundesliga. Es gelang ihm in der Folgezeit, mit seiner Arbeit den wirschaftlichen Aufstieg des Vereins voranzutreiben. Mit der Hilfe von Sponsorenverträgen und dem Einstieg in neue Methoden der Verkaufsförderung sorgte er für neue Einnahmen in Millionenhöhe.

Doch Hoeneß beherrschte nicht nur die finanzielle Seite seiner Managertätigkeit, auch die sportlichen Entscheidungen, die er getroffen hat, führten den Traditionsverein aus München dauerhaft in die Spitzengruppe europäischer Fußballmannschaften, wenn nicht gar weltweit. Ob es die Auswahl der geeigneten Trainer war oder die Spielertransfers, meist hatte er hier ein glückliches Händchen. Es gab selten einen vorzeitigen Trainer-Rauswurf wie andere Vereine in der Bundesliga es regelmäßig praktizieren. Die Bayern hatten hier einen anderen Führungsstil, geprägt von Uli Hoeneß. Ende 2009 beendete er seine Karriere als Fußballmanager, er war nun der Präsident.

Aber es gibt auch weniger Erfreuliches zu berichten. Hoeneß hatte irgendwann begonnen, in Devisentermingeschäfte zu investieren. Die Gewinne, deponiert auf einem Nummernkonto bei einer Schweizer Privatbank, unterschlug er in seinen Steuererklärungen. Als seine Aktivitäten irgendwann ins Licht der Öffentlichkeit kamen, war es dann bereits zu spät. Hoeneß versuchte zu retten, was noch zu retten war, doch seine Selbstanzeige hatte keinen Erfolg mehr. Es folgten Hausdurchsuchung, Festnahme und natürlich die öffentliche Diskussion. Für die Regenbogenpresse war es ein gefundenes Fressen. Eine Lichtgestalt des deutschen Fußballs musste mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Das Thema polarisierte die Massen. Freunde und Feinde des erfolgreichen Fußball-Managers teilten Deutschland in zwei Lager. Schlussendlich trat Hoeneß von seinen Ämtern bei FC Bayern zurück und trat nach seiner Verurteilung seine Haftstrafe an.

Vor zwei Jahren ist Hoeneß wieder an die Spitze “seines” Vereines als Präsident zurückgekehrt.